Seid dankbar in allen Dingen

Man merkt es deutlich: Der Sommer geht seinem Ende zu. Die Tage werden gefühlt „kürzer“, und die Felder sind zu einem guten Teil abgeerntet. Waren wir eigentlich zufrieden mit dem Sommer? In den siebziger Jahren gab es wohl häufig verregnete Sommer, was Rudi Carrell (wer kennt ihn noch) zu dem Schlager „Wann wird‘s mal wieder richtig Sommer“ animiert hat.

Was mich angeht, so hat mir der Sommer sehr gut gefallen. Es gab Sonne im Überfluss, und in Bezug auf Trockenheit gehören wir in unserer Region eher zu denen, die mit einem blauen Auge davon gekommen sind.

Also: Ein guter Grund dankbar zu sein, oder nicht?

In Gottes Wort, der Bibel, rät uns Paulus „Seid dankbar in allen Dingen, denn das ist der Wille Gottes in Christus Jesus für euch.“ Das mit der Dankbarkeit ist so eine Sache, denn wir vergessen sie schnell. Eine rote Ampel regt uns sofort auf, wenn wir es eilig haben, aber werden wir dankbar, wenn wir eine „grüne Welle“ haben? Das Gute nimmt man oft als selbstverständlich hin. Die Undankbarkeit, die sozusagen der Gegenspieler zur Dankbarkeit ist, hat eine große Macht.

Sie ist uns von Geburt an mitgegeben, zerstört Beziehungen, spaltet Ehen, macht unzufrieden und unglücklich. Wir sind auch schnell genervt, wenn andere uns gegenüber anscheinend undankbar sind. Man hat zum Beispiel den Eindruck, dass Flüchtlinge die vielen Wohltaten, die sie bei uns empfangen, nicht richtig wertschätzen, oder Mitarbeiter in einem Betrieb meinen, dass man ihre Leistung nicht ausreichend würdigt. Jemand, der sich in einem Verein viel Mühe gibt und ein Fest aufwändig vorbereitet, ist enttäuscht, wenn es die anderen als selbstverständlich nehmen.

Dabei kann es allerdings auch sein, dass man dabei seine eigene Leistung überschätzt. Vielleicht ist der andere gar nicht undankbar, sondern die eigene Erwartungshaltung ist zu hoch.

Es ist also manchmal nicht leicht, dankbar zu sein. Aber wer dankbar ist, der kann sicher bestätigen, dass es der eigenen Zufriedenheit und dem Umgang mit anderen sehr förderlich ist. Mir hilft es dabei sehr, wenn ich nicht in allem was ich tue auf die Dankbarkeit der anderen schauen und warten muss. Ich weiß, Gott freut sich, wenn ich anderen helfe oder eine Freude machen will. Die Freude, Gottes Wort zu folgen, ist ein „Lohn“, den Menschen nicht geben können.

Ich kann zu der Freiheit gelangen, meinem Gegenüber verzeihen zu können, ohne dass ich eine Gegenleistung erwarte muss, denn Gott hat mir auch verziehen. In seinem Sohn Jesus Christus habe ich Vergebung für meine Schuld. Gott macht mir ein großes Angebot, wenn ich es im Glauben und in Demut ergreife: Er will mir ewiges Leben schenken. Dazu kann ich nichts beitragen, als dankbar zu sein.

Auch freue ich mich, wenn ich ein schönes Erlebnis hatte oder mir etwas gelungen ist, und ich dann einfach ein „Danke“ im Gebet zum Himmel schicken kann. Denn ich weiß: Wenn mir etwas im Leben gelingt, dann schenkt mir das Gott. Und wenn ich Gott wirklich erkannt habe, und er in meinem Leben die Hauptrolle spielt, dann ist mir das Danken keine lästige Pflicht sondern eine Freude. Das hat vor langer Zeit auch der Psalm-Schreiber erfahren, der dies in die Worte gefasst hat: Lobe den Herrn meine Seele, und vergiss nicht, was er dir Gutes getan hat.

Verfasst von Andrej Tielmann am 7. September 2019.

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